Donnerstag, 6. Februar 2014

Französisch-deutsche Lesesucht

Diese Gedanken sind mir beim letzten Blogpost eingefallen, aber da war das Thema ja "Tag der offenen Tür". Deswegen ein extra Post zum Thema "lesen".

Wie ihr euch schon denken könnt (bzw. ihr wisst das wahrscheinlich alle), lese ich gerne und viel. Ich geb meinem Leseverhalten teilweise auch die "Schuld" an meiner Rechtschreibung und meiner "Schreibsympathie". Deswegen dachte ich mir, es schadet nicht, in Frankreich auf Französisch zu lesen. Béatrice hat mir zum Geburtstag ja den ersten Harry-Potter-Band geschenkt. Ich hab ihn angefangen, bin damit aber nicht wirklich warm geworden. Ich hab aber vorhin die Mitte aufgeschlagen und reingelesen, das hat mir gleich viel mehr zugesagt. Ich werde auf jeden Fall nochmal reinlesen, aber wahrscheinlich nicht von Anfang an.

Nachdem das Harry-Potter-Lesen gescheitert war, hab ich Béatrice nach einem anderen Buch gefragt. Ich dachte, mir fehlt nur die Motivation, weil ich schon weiß, wie das Buch ausgeht. Daraufhin hat sie mir "Vango" gegeben. Das hab ich dann tatsächlich komplett gelesen, anfangs wollte ich unbedingt die Vergangenheit des Protagonisten erfahren, später (als mir klar war, dass ich sie nicht wirklich erfahre) hab ich nur noch weitergelesen, damit ich es durch hab, und teilweise hab ich doch noch auf ein deutliches Ende gehofft.

Danach hatte ich erstmal keine Lust zu lesen (das ich das mal von mir geben würde, hätte ich nie gedacht). Irgendwann bin ich dann mit Béatrice in die Mediathek gegangen und hab ein Buch entdeckt, dass ich schon länger mal lesen wollte: "Eine Jeans für 4" bzw. "Quatre filles et un jean". Ich hab es angefangen und hab auf Seite 53 aufgehört, weil in dem Buch nicht wirklich was passiert. Außer dass die 4 Freundinnen eine Jeans von Freundin zu Freundin schicken, werden die einzelnen Erlebnisse der vier beschrieben. Und wirklich aufregend finde ich die nicht.
Ich weiß nicht, ob ich das Buch noch fertig lese, weil es mich wirklich nur langweilt. Auf Französisch zu lesen, finde ich sowieso nicht ganz einfach und wenn mich das Buch auch noch langweilt, fehlt mir die Motivation.

Die Schullektüren hab ich entweder gar nicht gelesen oder auf Deutsch (Romeo und Julia). Auf Französisch fand ich die wirklich zu schwer; selbst die Franzosen haben nicht alles verstanden.

Ihr seht, französische Bücher haben mich nicht wirklich überzeugt. Ich finde das ziemlich faszinierend, weil ich deutsche Bücher nicht lese, sondern verschlinge. Jetzt könnte man behaupten, ich mag keine französischen Bücher, weil es schwieriger zu lesen ist oder ich einfach nur die falschen erwischt habe.
Aber: Auf Deutsch lese ich so ziemlich jedes Buch, das mir in die Finger kommt. Da ist es egal, ob mich die Handlung interessiert oder der Schreibstil nicht so gut ist. Das meiste, was ich lese, dient dazu, mein Leseverlangen zu befriedigen. Solange ich lese, ist alles gut. Das ist ein deutliches Suchtverhalten.
Umso interessanter finde ich, dass französische Bücher dieses Verlangen nicht erfüllen können.

In einer Freistunde im CDI (Schulbücherei) hab ich mal in "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green auf Französisch reingelesen. Ich hab es schon auf Deutsch gelesen und ich liebe es. (Umso trauriger, dass es verfilmt wurde und im August in die deutschen Kinos kommt.) Ich glaube, das war sogar noch im November, als ich in das Buch reingeblättert hatte. Da war mein Französisch alles andere als gut, aber da hab ich ziemlich viel verstanden. Das ist ein Buch, das ich auf jeden Fall auf Französisch lesen würde werde. Und fragt mich nicht, warum ich da erst jetzt drauf gekommen bin.
Als ich dieses Buch auf Deutsch fertig gelesen hatte, hab ich es gleich nochmal angefangen, weil ich nicht wollte, dass es zu Ende ist.

Ich lese die meisten Bücher mindestens zweimal. Beim ersten Mal lese ich es total schnell, damit ich weiß, wie es ausgeht. Die Hintergrundgeschichten interessieren mich nicht wirklich, die werden wirklich schnell gelesen. Wenn ich das Buch durch hab, lese ich es ein zweites Mal, aber fast nie unmittelbar nach dem ersten Mal. Beim zweiten Mal achte ich auf eventuelle Details, die auf das Ende hindeuten, ich lese langsamer und erfahre so sogar Sachen, die ich beim ersten Mal überlesen hab. Manchmal geht es mir so, dass ich ein Buch zum vierten oder fünften Mal lese und noch Neues lese.

Dadurch dass ich so schnell lese, hab ich auch keine Zeit, mir die Geschichte bildlich im Kopf vorzustellen. Beim zweiten Mal klappt das dann nicht mehr. Ich bin mir nicht sicher, ob das am Schnelllesen liegt oder doch einfach an mangelnder Bildfantasie.
 
Zum Schluss möchte ich den Nicht-Lesern unter euch noch etwas sagen: Lesen ist eine unheilbare Krankheit. Mit wissenschaftlichem Namen heißt sie Influenza Bookosa. Wer sich genauer informieren möchte, kann hier mal vorbeischauen.

Und zum Schluss möchte ich euch noch einen meiner schlimmsten Lesesucht-Gedanken erzählen. Früher hab ich immer gelesen, wenn ich nichts zu tun hatte. Ich hab sogar gelesen, wenn ich was anderes machen musste. Damals konnte ich mir nicht vorstellen, nicht zu lesen. Ich konnte mir nicht mal vorstellen, dass es Leute gibt, die nicht lesen. Ich dachte mir, was machen die in ihrer Freizeit?


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