Samstag, 2. November 2013

Zurück aus dem Urlaub



Ich bin wieder da! Heute sind wir nach einer Woche in der Provence wieder gut zuhause angekommen. Der Bericht folgt später; ich hab mir im Urlaub schon Notizen gemacht, damit es leichter wird, den Post zu verfassen. Naja, falsch gedacht, jetzt darf ich aus 20 DIN A5 und 8 DIN A4 handschriftlichen Seiten meinen Post zusammenfassen. Dazu kommen 408 Fotos, wenn ich die von meiner Gastfamilie nicht miteinbeziehe. 
Meinen Laptop hatte ich nicht dabei; ich dachte mir, ich kann auch mal eine Woche unerreichbar sein. Den Post von Dienstag hatte ich schon in der ersten Ferienwoche vorbereitet.

Das Foto ist ein kleiner Vorgeschmack auf meinen Bericht und meine Fotos. Das ist in der Camargue, wo wir gestern waren.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Unterschiede in der Schule

In den Ferien reden wir jetzt mal von der Schule. Nach zwei Monaten kenne ich die Unterschiede von meiner Schule in Frankreich zu meiner Schule in Deutschland. Wie es an anderen Schulen zugeht, weiß ich natürlich nicht. Einige Unterschiede hab ich ja schon immer wieder in den anderen Posts gestreut, hier kommen noch weitere - alle werde ich wahrscheinlich nicht finden.

Surveillants

An "Personal" gibt es hier nicht nur Lehrer, sondern auch surveillants - Aufsichtspersonen. Diese beaufsichtigen die Devoirs Suveillés, Freistunden und Pausen. Wenn unterm Tag eine Stunde ausfällt, kann man entweder ins CDI oder in die perm(anance) gehen. Im CDI gibt es Bücher, Computer etc. In der perm sitzt ein surveillant und die Schüler müssen sich still beschäftigen. Wenn vor oder nach der Mittagspause oder am Ende des Tages eine Stunde ausfällt, kann man nach Hause gehen. 

Mensakarte, Anwesenheitskontrolle etc.

Jeder Schüler hat einen elektronischen Schülerausweis, der auch als Mensakarte dient. Allerdings muss man da kein Geld draufladen, sondern man muss die Karte nur in der Mensa scannen. Wenn man in einer Freistunde ins CDI geht, muss man die Karte im CDI scannen. In der perm wird am Anfang eine Anwesenheitskontrolle gemacht, genauso wie am Anfang von jeder Schulstunde.

Die Pausen

Vor und nach jeder Stunde gibt es eine kleine Pause (variiert zwischen 5 bis 15 Minuten). Die Schüler hier in Frankreich müssen dann auf den Schulhof gehen, und keiner bleibt drinnen, obwohl keine Lehrer oder surveillants drinnen "Streife laufen". Wenn es schellt (hier gibt es keinen schönen Gong, sondern so eine Klingel, die in den Ohren weh tut), müssen sich die Klassen als Gang an einem bestimmten Platz auf dem Schulhof aufstellen und warten, bis der Lehrer kommt. Wenn die Schüler nicht ordentlich in Zweierreihen stehen, kommt ein Surveillant und schreit: "Rangez-vous!" - Stellt euch auf!

In diesen Pausen stehen immer Schüler vor der Schule und rauchen, auch wenn sie garantiert noch nicht 18 sind (Rauchen ist in Frankreich auch erst ab 18 erlaubt). Meistens stört mich das aber nicht, weil ich da nicht vorbei muss. Nur wenn mein Schultag zu Ende ist, muss ich mir einen Weg durch die Raucher bahnen. Da hilft nur vorher tief durchatmen, Luft anhalten und ab durch die Mitte. 
Wenn ich vormittags in die Schule komme, ist es nicht so schlimm, aber ich komme meistens kurz vor den Pausen an; da ist dann noch nicht so viel los. 

Mehr fällt mir jetzt auch nicht ein; wenn ihr Fragen habt, könnt ihr sie natürlich jederzeit stellen. Wenn mir noch etwas einfällt, werde ich das noch ergänzen.




Donnerstag, 24. Oktober 2013

Ciné avec des amies: "9 mois ferme"

Nachdem ich am Montag, am Dienstag und am Mittwochvormittag für die Schule gelernt habe (für Deutschland und Frankreich) und die anderen Posts geschrieben habe, bin ich am Mittwochnachmittag mit einer Freundin ins Kino gegangen. Eigentlich wollte eine andere Freundin auch noch mit, aber die hat kurzfristig abgesagt. 



Inhalt
Ariane Felder (Sandrine Kiberlain) ist überrascht, als sie von ihrer Schwangerschaft erfährt. Dies, weil die junge Richterin strengen Moralvorschriften folgt und zudem überzeugte Junggesellin ist. Der Vater des Kindes ist ausgerechnet ein Krimineller, den Ariane zuvor strafrechtlich verfolgt hat. Ariane kann sich an nichts erinnern und versucht herauszufinden, was passiert ist...
 
Ariane est enceinte ! C'est d'autant plus surprenant que c'est une jeune juge aux mœurs strictes et une célibataire endurcie. Mais ce qui est encore plus surprenant, c'est que d'après les tests de paternité, le père de l'enfant n'est autre que Bob, un criminel poursuivi pour une atroce agression ! Ariane qui ne se souvient de rien, tente alors de comprendre ce qui a bien pu se passer et ce qui l'attend...
 


Ich hab vorher den Inhalt nur flüchtig überflogen, wusste also gar nicht, was auf mich zukommt. Trotzdem hab ich so alles Wichtige verstanden und ziemlich viel gelacht. Alleine der Trailer lohnt sich schon, auch wenn man kein Französisch versteht.



Réunion de la famille

www.cartesfrance.fr
Sieht bezaubernd aus? Das würdest du gerne in "live" sehen? Ich hab sogar schon ein Wochenende in dieser schönen Burg verbracht, bei der Réunion de la famille - ein Familientreffen in der Bourgogne. 

Die Familie von meinem Gastvater trifft sich einmal im Jahr; dann wird gefeiert, gelacht, erzählt und so weiter. Und gegessen, das ist gaanz wichtig. Bei feierlichen Angelegenheiten, z. B. wenn Gäste da sind, oder eben ein Familientreffen, zelebrieren die Franzosen das Essen mit fünf Gängen: Aperitif, Vorspeise, Hauptgang, Käse und Nachtisch.

Weil in dem Esszimmer in der Burg zehn Sitzplätze zu wenig waren, wurde daraus ein Buffet-Stehimbiss gemacht. So konnte ich dann auch mal Pausen einlegen und draußen durchatmen, weil es doch ziemlich anstrengend war, auf einem "fremden" Familientreffen in einer anderen Sprache zu sein. Abgesehen davon, hat es mir super gefallen (die Burg ist einfach traumhaft) und meiner Meinung nach sollten wir auch mal ein Familientreffen machen. 


Nach dem Essen wurde einem Familienmitglied
zum Geburtstag mit einer Bildschirmpräsentation, Geburtstagslied usw. gratuliert, ein anderer hat von seinem Urlaub ganz tolle Fotos gezeigt, es wurde gesungen und im Anschluss auch noch getanzt. Ich bin aber schon relativ früh ins Bett (ich glaub, es war 23 Uhr), weil ich hundemüde vom ganzen Tag, von den Erlebnissen etc. war. Am nächsten Tag hab ich dann gefragt, wie lange sie noch gefeiert haben - bis 2 Uhr; solange hätte ich nicht mehr durchgehalten. 

Ich bin dann auch schon relativ früh aufgewacht (im Gegensatz zu meinen Zimmergenossinnen Béatrice, meine ältere Gastschwester und deren Cousine) und bin auf gut Glück ins Esszimmer spaziert. Dort war schon das Frühstück aufgebaut und ein paar Familienmitglieder saßen schon an den Tischen. 

Um Viertel nach zehn sind wir zu einem Kloster in der Nähe gefahren, um dort den Gottesdienst mitzufeiern. Die Mönche haben auf Latein die Lieder gesungen und mein Gedanke beim Eingangslied war: Die Atmosphäre ist hier wie an Weihnachten. Obwohl das eine ganz schlichte Kirche war, die eher an einen Tagungsraum erinnert hat. 

Das Mittagessen war wieder so üppig wie das Abendessen und danach sind die meisten wieder gefahren. Meine Gasteltern haben das Ganze organisiert, weshalb wir auch erst nachmittags um vier oder fünf gefahren sind. Auf dem Rückweg sind wir über Dijon gefahren, wo wir noch eine befreundete Familie besucht haben. 

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Freitag und Samstag

Ihr habt euch bestimmt gefragt, warum ich nicht gleich am Freitag oder am Wochenende vom Konzert von Glorious berichtet hab. Der Grund ist ganz simpel: ich hatte keine Zeit dazu. Hier eine kleine Chronologie von Freitag:
17.50 Uhr: Schulschluss
18.20 Uhr: Ich komm zu Hause an und trinke erstmal was.
18.30 Uhr: Hausaufgaben ...
19.00 Uhr: anfangen zu packen (ihr wollt wissen für was? Das erfahrt ihr im nächsten Post.)
19.30 Uhr: Abendessen
20.00 Uhr: fertigpacken
Danach war ich so müde, dass ich gleich ins Bett gegangen bin; am Samstag hab ich schon um 8 Uhr Schule. 
Die letzte Schulstunde am Samstag (von 11 Uhr bis 12 Uhr) hat nur noch zum Schülerquälen existiert, keiner hat mehr wirklich aufgepasst, alle haben auf die Ferien hingefiebert. Dann das erlösende Schellen - schnell zusammenpacken und auf geht's!
Ich war die letzte von meiner Familie, die nach Hause kam. Béatrice war die Woche über in Berlin und kam um 9 Uhr heim, mein Gastvater hatte sich freigenommen, meine ältere Gastschwester hatte schon um 10 Uhr Schule aus und meine jüngere Gastschwester hat samstags keinen Unterricht. 
Als ich um 12.30 Uhr heimgekommen bin, haben wir schnell gegessen und anschließend haben wir uns ins Auto gehockt und sind losgefahren. 
Zur Réunion de la famille!

Montag, 21. Oktober 2013

Glorious Konzert


Wahrscheinlich sagt das Video und die Überschrift schon alles aus. Für die, die der französischen Sprache nicht mächtig sind: Das ist eine katholische Band, die Lieder handeln von Gott und dem Glauben. Wenn ich jetzt noch schreibe, dass das Konzert Donnerstagabend war und ich dort mit meiner älteren Gastschwester war, ist scheinbar alles gesagt.
Aber ihr wisst noch nichts über die Stimmung, die da geherrscht hat! 700 Jugendliche haben voller Begeisterung mitgesungen, mitgetanzt, mitgefeiert! Am Anfang hat Glorious ziemlich fetzige Lieder gespielt, so in der Mitte waren ziemlich ruhige Lieder an der Reihe und am Ende wurde wieder gerockt. Bei den ruhigen Liedern hat Glorious eine kleine Meditation eingebaut und das Faszinierende war: Jeder hat mitgemacht! Jetzt könnte man natürlich sagen, wenn man freiwillig auf ein Konzert von einer katholischen Band geht, ist das nicht verwunderlich. Aber meditieren auf einem Popkonzert?
Ich hoffe, ihr könnt einigermaßen die Stimmung nachvollziehen und ihr verzeiht mir, dass der Post so spät kommt; aber in den vergangenen Tagen war so viel los. In den Ferien kommen weitere Berichte (von meinem Wochenende, von den Ferien und auch einiges von der Schule). 
Und ich brauch die CDs von Glorious!! (Meine Gastschwester hat gesagt, in den Ferien bestellt sie sich die aktuelle CD und dann bestellt sie die für mich gleich mit...)

Kleiner Nachtrag: Meine (deutsche) Schwester hat mich gerade gefragt, ob das Konzert auf dem Place Stanislas war. Nein, war es nicht, sondern in der Kirche Saint-Léon. Ihren Kommentar darauf möchte ich euch nicht vorenthalten: "inner kirche n popkonzert?! :o "

Sonntag, 13. Oktober 2013

Nancy Jazz Pulsations

Nancy Jazz Pulsations ist ein jährliches Festival in Nancy. Wir waren gestern Nachmittag auf der großen Parade, bei der viele Künstler mitmarschiert sind.

Hier wird das Festival vorgestellt (weiter unten auf der Seite auf Deutsch) und hier könnt ihr einige Videos zur Parade anschauen (ohne Text).

Ich hatte natürlich meine Kamera dabei und hab viele Fotos gemacht, die ich euch ja gestern  schon versprochen hatte:

















Das haben wir schon von weitem gesehen und wir haben uns gefragt, was das ist. Und wie das so ist bei einem Umzug, kamen sie auch bei uns vorbei: Sie, diese Männer, die für die blauen Bänder verantwortlich sind.