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Montag, 23. Dezember 2013

Deutscher Besuch

Samstag Mittag war es dann soweit: Mit dem Ferienbeginn um 12 Uhr sind Fabiola und Ly hier angekommen und haben mich von der Schule abgeholt. Dann sind wir zu meiner Gastfamilie nach Hause gefahren. Béatrice hab ich in der Schule nicht gesehen, sonst hätten wir sie auch mitgenommen. Sie ist dann kurz nach uns zuhause angekommen.
Beim Aperitif wurden Geschenke übergeben. Gast- und Weihnachtsgeschenke für meine Gastfamilie und gaanz viele Geschenke für mich: ein Fresspaket mit vielen Leckereien aus dem Stockheimer Landmarkt, ein paar Kuverts, ein Zeitungshut und verpackte Geschenke. Ich hoffe, ich hab nichts vergessen, es ist wirklich viel. Danke liebe Familie!
Nach dem reichhaltigen Mittagessen haben wir BopIt gespielt. Das war das Geschenk von Ly und Fabiola für mich (nicht zu Weihnachten, bei den Weihnachtsgeschenken warte ich ganz brav). Wenn ihr das nicht kennt, müsst ihr das googeln oder mal mit mir spielen.
Danach haben Béatrice und ich den beiden Nancy gezeigt. Béatrices Eltern sind nicht mitgekommen, damit wir nicht dauernd übersetzen müssen. Zu den Sprachen schreib ich später noch was.
Nachdem wir viel in der Stadt rumgelaufen sind und auch eine heiße Schokolade getrunken haben, sind wir wieder nach Hause gegangen. 

Zum Abendessen haben wir aber nur ganz wenig bestellt, weil wir so gut zu Mittag gegessen haben. Fabiola und Ly sind nach dem Essen auch bald zurück ins Hotel gefahren, weil wir einen anstrengenden Tag vor uns hatten: ein Ausflugstag in Metz.


Die Kathedrale

Ly fotografiert die Kathedrale.

Für den Sonntag war den ganzen Tag Regen angesagt. Uns hat das nicht davon abgehalten, einen Ausflug zu machen. Um viertel nach neun waren wir in Metz. Wir wussten nicht genau, was wir alles anschauen wollten, wir wussten nur, es ist verkaufsoffener Sonntag, es gibt eine Kathedrale und Béatrice hatte einen Reiseführer dabei. In der Nähe der Kathedrale haben wir geparkt und haben erstmal die Kathedrale angeschaut. Dabei haben wir entdeckt, dass um 10 Uhr eine Messe ist. Da sind wir gleich geblieben.

Nach der Messe haben wir eine heiße Schokolade getrunken. Anschließend sind wir durch die Stadt spaziert, haben den schönsten Weihnachtsmarkt in Lothringen angeschaut und haben irgendwann ein Lokal zum Mittagessen gesucht. Schließlich sind wir in einer Crêperie gelandet.


Beim Essen haben wir dann überlegt, warum es in Deutschland italienische, chinesische, amerikanische, griechische usw. Restaurants gibt, aber keine französischen. Zumindest nicht so viele. Die Crêpes waren superlecker und das Restaurant war klein aber fein. Es war ziemlich seefahrerisch und im Hintergrund konnte man die Wellen rauschen hören.

Geregnet hat es fast gar nicht, ab und zu hat es mal getröpfelt, aber das wars auch schon. Später haben wir von meinen Gasteltern erfahren, dass es in Nancy bis ca. 13 Uhr durchgängig geregnet hat. Da hatten wir in Metz richtig Glück.

Wir wollten in Metz aber nicht nur sämtliche Restaurants von innen, die Fußgängerzone und die Kathedrale sehen, sondern uns auch einen allgemeinen Eindruck verschaffen. Getreu dem Motto "durch's Spazierengehen erlebt man die Stadt" sind wir spazieren gegangen. Wir haben eine Turmspitze gesehen, uns gesagt, die Kirche schauen wir uns auch an, und sind dem Turm nachgelaufen.

Als wir dort waren, gab es nichts anderes als den Turm. Im Reiseführer haben wir zuerst gelesen, dass die Kirche renoviert wird, aber das war die Kirche 100 Meter weiter, wie wir später gemerkt haben. Die war aber leider zugesperrt.
In der Nähe vom Auto haben wir noch eine andere Kirche gesehen, die laut Reiseführer eine evangelische Kirche war. Auf Französisch ist das keine Kirche. Die war aber leider auch zugesperrt.

Der Turm von der anderen Seite

Fabiola war der Meinung, ich brauche ein Kleidungssouvenir aus Frankreich. Dann denke ich immer, wenn ich das in Deutschland anhab, an meine Zeit in Frankreich. Gar nicht so eine schlechte Idee. Ly war voll überzeugt, dass das etwas Sportliches sein muss und hat ein Sportgeschäft gesucht. Als sie eins gefunden hatte, sind wir da rein marschiert und sie haben zu dritt etwas für mich gesucht. Danke Fabiola für die tolle Jacke!


Danach sind wir in ein Café gegangen, um nochmal eine heiße Schokolade zu trinken. Und in diesem Café gab es süße Crêpes. Jeder hat dann einen Crêpe und eine heiße Schokolade bzw. einen Cappuccino bekommen, was alles super lecker war.
Anschließend sind wir langsam zurück zum Auto gegangen; dabei sind wir nochmal an der Kathedrale vorbeigekommen.



Danke Fabiola und Ly für die zwei tollen Tage mit euch, sämtliche heiße Schokoladen und die Crêpes. Und für die Jacke! Und danke Béatrice, die das überzeugende Argument hatte =D

Zum Sprachlichen wollte ich noch etwas schreiben. Béatrices Mutter spricht auch ein bisschen Deutsch und der Vater versteht es einigermaßen. Das heißt, Béatrice und ich haben meistens vom Französischen ins Deutsche übersetzt.
Lustig wurde es dann, als ich Französisch mit Fabiola und Ly reden wollte und meine Gastmutter mit Béatrice Deutsch... Aber mein Französisch hört sich für Nicht-Französisch-Sprecher anscheinend ziemlich flüssig an. Da scheint sich wirklich etwas verbessert zu haben.

Der Eintrag ist jetzt ziemlich lang und ziemlich spät geworden, also eine gute Nacht und ich wünsche euch heute einen schönen Heiligen Abend.

Die Krippe in der Kathedrale, Maria und Joseph sind noch auf dem Weg.


Fabiola hat das Gegenfoto.

Seht ihr das schmale Haus?

Ich hab ein bisschen gespielt...

Das hässliche Entlein

Auf dem Weg zum Turm ohne Kirche.

Schwäne schwimmen in der Moselle.

Mittwoch, 27. November 2013

Schulsport mal wieder...

Letzte Woche hat unser Sportlehrer angekündigt, dass wir heute bei schönem Wetter ein letztes Mal Rugby im Park spielen und bei schlechtem Wetter in der Turnhalle bleiben.
Hier meine Frage an euch: Sind -4°C und wolkenfreier Himmel schönes oder schlechtes Wetter? Unser Sportlehrer hat es als schönes Wetter bewertet und uns auf gefrorenem Boden Rugby spielen lassen. Jungen und Mädchen gemischt. Wobei wir diesmal niemanden auf den Boden "schmeißen" durften, da wäre die Verletzungsgefahr zu groß gewesen. (Auch wenn es bei den anderen Rugbystunden relativ viele Wunden gab, muss man es nicht übertreiben.) Es sind trotzdem einige auf dem Boden gelandet, aber zum Glück ohne sich zu verletzen.
Nächste Woche (und für den Rest der Sportstunden bei meinem Frankreich-Aufenthalt) geht's ins Schwimmbad. Rugby hat mir schon ganz gut gefallen, bis auf das Wetter manchmal. Aber Schwimmen ist halt "mein" Sport.

Kleines Fazit vom Schulsport im ersten Schuljahresquartal: In Deutschland sind wir besser dran.

Sonntag, 3. November 2013

Eine Woche in der Provence: Ausflug in drei Städte

Sonntag, 27. Oktober 2013

Mir sind hier eindeutig zu viele Spinnen. Nachdem ich im Bad acht gezählt und noch weitere entdeckt hatte, hab ich aufgehört zu zählen. Es sind nur Zitterspinnen, dafür aber in allen Größen. Beim Frühstück hab ich dann von den Spinnen im Bad erzählt, worauf mein Gastvater ins Bad geschickt wurde, um sie zu entfernen. Nachdem er keine gefunden hatte, hat sich Charlotte (sie wollte dann duschen) mit Insektenspray bewaffnet und ist ins Bad marschiert. Ich bin ihr hinterher, damit sie die Spinnen auch findet. Das Problem ist, dass die Zitterspinnen meistens an der Decke hocken und man da so schlecht hinkommt. 
Als wir alle mit frühstücken fertig waren, sind wir aufgebrochen. Zuerst ging es nach Lançon. Die Provence ist unter anderem bekannt für ihre Krippenfiguren. Meine Gastmutter liebt diese. In Lançon war ein Krippenfigurenverkauf, bei dem sie einige schöne Figuren gekauft hat. Danach sind wir in die Kirche gegangen (ich glaub auch in Lançon) und danach weiter nach Selon gefahren. Auf der Suche nach einem günstigen Restaurant zum Mittagessen sind wir durch die Stadt spaziert und schließlich bei Subway gelandet. Ich war vorher noch nie bei Subway, aber es schmeckt echt lecker. Wir Mädels haben Sandwichs gegessen und die Eltern Salat. Als Nachtisch gab es Cookies. Bei dem Menü war außerdem noch ein 0,5l-Getränk dabei. 
Nach dem Essen ging es weiter nach Baux-de-Provence, eine cité médiévale. Wir haben die Burganlage besichtigt, ich hab viele Fotos gemacht und am Ende gab es noch ein Eis. 
Anschließend sind wir wieder nach Hause gefahren, wo es so ziemlich gleich Essen gab. Nach dem Essen wurde mir das Kartenspiel Belote beigebracht, was ziemlich kompliziert ist, wenn man es das erste Mal spielt. Denn man muss an ziemlich viel denken. Ihr könnt euch ja mal die Regeln auf Wikipedia durchlesen, wenn ihr Lust habt. Einige Sachen sind aber ein bisschen anders, als wir es spielen. 
Zum Tagesabschluss haben wir den Film Ratatouille angeschaut. Ich liebe diesen Film! 
Fotos hab ich nur in Selon und Baux-de-Provence gemacht, ich häng sie mal hier hinten an. 



Das ist ein Brunnen.


Das einzige Schloss an dem Gitter


Meine Gastfamilie




Solche Tafeln waren überall auf der Anlage.

Einen Friedhof gibt's dort auch.

Eine Woche in der Provence: die Ankunft

Hier kommt wie versprochen mein Urlaubsbericht. Ich hab soviel geschrieben, dass ich jetzt für jeden Urlaubstag einen Post mache; es sind aber auch viele Fotos dabei.

Samstag, 26. Oktober 2013

Heute bin ich um 6 Uhr aufgestanden. Die anderen ein bisschen später, aber auch ungefähr um 6.15 Uhr. Gestern haben wir schon alle Koffer gepackt, sodass wir heute nur noch frühstücken, die Koffer ins Auto laden, Handgepäck packen + mitnehmen, ins Auto steigen und losfahren mussten. 
Um 7.45 Uhr sind wir dann losgefahren. Nach 6 ½ Stunden Fahrt + eine Stunde Mittagspause sind wir dann an unserem Zielort in der Provence angekommen. Nur war an der Stelle kein Haus, wo uns das Navi hingeführt hatte. → Vermieter anrufen: "Laut GPS sind wir jetzt angekommen, nur gibt es hier leider kein Haus?!" - "Ja, das GPS hat immer Probleme, das Haus zu finden." Dann hat sich erst mal noch herausgestellt, dass wir die falsche Hausnummer hatten (530 statt 5350, die richtige gab's im Navi nicht mal, im Gegensatz zu der falschen, wo das Haus gar nicht existiert) und dann hat er uns den Weg erklärt. "... Zur 5350 gibt es dann zwei Einfahrten, an der ersten müssen Sie vorbeifahren, danach kommt ein sehr schönes Haus, das aber leider nicht uns gehört. Dann kommt die zweite Einfahrt, da müssen Sie einbiegen und dann sind Sie auch schon da." So haben wir das dann auch gemacht. Hier sieht man schon das Haus.

Zu unserem Haus führt eine lange Einfahrt, wo am Ende das Eingangstor zu dem Grundstück steht. Auf dem Grundstück fährt man an einem Olivenfeld vorbei und geradewegs auf das Haus zu.

Wir parken neben einem anderem Auto, das dem Vermieter gehören muss. So, erstmal aussteigen und sich nach zwei Stunden Fahrt wieder die Füße vertreten (wir haben ja eine Pause eingelegt).


Ah, da kommt schon der Vermieter - in kurzer Hose und T-Shirt, hier ist es wirklich sehr warm. Er begrüßt alle mit Handschlag (auch uns "Kinder") und zeigt uns das Haus. Es gibt einen großen Eingangsbereich-Wohnraum-Esszimmer-Küchen-Flur mit vielen großen Fenstern mit Blick auf den Garten und die piscine - den Pool.
Nachdem er meinen Gasteltern das Technische erklärt hatte (Spülmaschine, Alarmanlage, Fernseher usw.), ging es an (oder in?) die Zimmer. Charlotte (meine ältere Gastschwester) und Béatrice war es dann, glaube ich, zu langweilig; jedenfalls sind sie dann wieder ins Auto gegangen und haben gelesen. Hélène (meine jüngere Gastschwester) und ich haben uns mit den Eltern und dem Vermieter (und seiner Frau, die kam dann auch noch) den Rest angeschaut. 


Ein Zimmer ist grün, mit Wandbildern (hier hängen sehr viele Bilder), einem Bett, einem Schreibtisch, einem Nischenschrank und einem Bücherregal. 
Ein anderes Zimmer ist weiß, mit Schlafsofa, Nischenschrank, einigen Bildern und riesigem Terassenfenster, genauso wie im grünen Zimmer (das Fenster, meine ich). 


Danach gehen wir die Treppe rauf; da ist noch ein Zimmer. Ich dachte zuerst, da ist noch eine Etage, auf der noch ein Zimmer ist (der Vermieter hat gesagt, oben ist noch ein Schlafzimmer), aber die Etage besteht aus einem einzigen Zimmer. 
Die Wände sind lila, es gibt ein Bett, ein kleines Nachttischchen und ein Bücherregal. Ein Fenster gibt es hier auch, ist zwar ziemlich klein, aber die Aussicht ist nicht schlecht. 


Mein Zimmer für eine Woche

Dann sind wir wieder die Eisentreppe runtergegangen und haben die "elterliche Suite" angeschaut. Die hat der Vermieter so benannt und eine Gasteltern haben gleich beschlossen, sie zu beziehen. Dort gibt es ein eigenes Badezimmer (mit Toilette), ein Doppelbett, ein großes Fenster, wie im grünen und im weißen Zimmer, und einen begehbaren Kleiderschrank. 
 
Es folgen kurze Blicke ins Badezimmer, die Toilette, den Verwaltungsraum und dann gibt's eine Besichtigungstour im Garten. Ja, der ist so groß und so bepflanzt, dass man eine eigene Besichtigungstour braucht. Zuerst geht es zum Pool, wo der Vermieter wieder das Technische erklärt. Ich fotografiere währenddessen wieder alles in Gedanken. 


Danach geht es zur Kräuterspirale (wo wachsen welche Kräuter?) und zu den Früchten. Ich überlege dabei, dass ich doch gleich alles fotografieren kann und hole meine Kamera aus dem Auto. Mit meiner Kamera bewaffnet finde ich die anderen im Garten nicht mehr, was ich aber nicht so schlimm finde, dann fotografiere ich eben den Pool und das außenrum. Irgendwannn kommen meine Gasteltern, der Vermieter und Hélène wieder und letztere zeigt mir gleich die Himbeersträucher und den Feigenbaum. 

Wer richtig mitgezählt hat, ist bis jetzt auf fünf Schlafplätze gekommen, den sechsten zeigt uns der Vermieter jetzt noch. Das Sofa im Wohnzimmer ist auch ein Schlafsofa und Hélène sagt sofort, dass das ihr Bett ist. Béatrice und Charlotte sind nicht da, um Einspruch zu erheben, meine Gasteltern haben sich schon entschieden und ich hab nur gesagt, dass ich das Zimmer oben haben will. 
Hélène hat ihr Handgepäck schon am Anfang mit ins Haus gebracht und jetzt das Sofa damit in Beschlag genommen. Ich hole auch meinen Rucksack und belege damit das obere Zimmer. Dass es hier keinen Schrank gibt, stört mich gar nicht. Dann räum ich eben meine Kleidung ins Nachttischchen und dann wird das schon gehen. 
Nachdem die Vermieter ihre zwei Katzen eingefangen haben und gefahren sind, holen wir die Koffer ins Haus. Bevor ich mir aber Gedanken über meine Kofferauspackaktion mache, gehen wir erstmal im Pool baden. 
Hélène und ich sind am schnellsten umgezogen und ich bin (dank Hélène) als erste im Wasser. Als ich die Zähne zusammenbeißen und ins kalte Wasser (12°C) springen wollte, schubst sie mich einfach! Selber ist sie dann gefühlte Stunden später ganz langsam reingegangen und hat mir verboten, sie zu schubsen. Nachdem sie dann ganz kurz drin war, ist sie ganz schnell wieder raus gegangen; es war aber wirklich ziemlich kalt. Als die anderen dann auch da waren, haben wir eine kleine Wasserschlacht im Pool gemacht.
Danach haben wir noch ein Kartenspiel gespielt, ferngesehen, gelesen, gegessen, Koffer ausgepackt und irgendwann sind wir auch ins Bett gegangen. In meinem Zimmer ist eine Uhr, die viel zu laut tickt, aber mit Kopfkissen auf dem Kopf hab ich auch dieses Problem beseitigt.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Lateinunterricht

Seit heute hab ich Lateinunterricht auf Französisch! In meiner Lateinklasse sind inklusive mir 17 Schüler. Allerdings haben die glaub ich noch nicht so lange Latein wie ich in Deutschland. Heute haben sie eine interro rausbekommen und besprochen. Das waren Deklinationen und Konjugationen im Indikativ Präsens. Die Franzosen deklinieren die Substantive in einer anderen Reihenfolge als wir Deutschen: 


Deklination in Frankreich
Deklination in Deutschland


Nominativ
Nominativ
Vokativ
Genitiv
Ablativ
Dativ
Genitiv
Akkusativ
Dativ

Akkusativ
Ablativ
 
Meine Schulbücher soll ich im Laufe der Woche kriegen, wenn alles gut läuft. Jetzt heißt es abwarten und Daumen drücken!

Montag, 30. September 2013

Mein erster Monat in Frankreich


Zuerst einmal muss ich euch gratulieren: Nachdem ihr im August die 1000-Seitenaufrufe-Marke geknackt habt, habt ihr jetzt im September nochmal 1000 geschafft! In meinem ersten Monat in Frankreich - das bestärkt mich weiterzumachen, weil ich so weiß, dass ihr von meinen Erlebnissen hören wollt. 

Nun komme ich aber zur Sache: Dieser Post heißt "Mein erster Monat in Frankreich". So viel gibt es gar nicht mehr zu berichten, das meiste wisst ihr schon. Wie es mir in der Schule geht, was ich am Wochenende mache, und so weiter. 

Aber über einige Sachen hat sich kein Post rentiert; darum kommt hier ein kleines Erlebnisbündel:

Montags hab ich eine Stunde Mittagspause. Mit den beiden Mädchen aus meiner Klasse, Marine und Léa, geh ich gleich nach der DS in die Mensa. Das Mensaprinzip erklär ich euch später mal. Wir essen ziemlich schnell, damit wir danach mehr Zeit haben. Zeit für was? Zeit für le Rock - Rock 'n' roll-"Tanzkurs". 


Heute Abend war ich mit Béatrice beim Fechten. Béatrice war zum ersten Mal beim Fechten, seit sie in Deutschland war. Ich bin mitgekommen und durfte es ausprobieren. Ein Trainer hat mir nach dem Aufwärmen das Grundprinzip gezeigt und ich muss sagen, das macht tortal viel Spaß! (Tortal war für die Milena, für alle anderen natürlich total.) 

Das waren meine kleinen Neuigkeiten von meinem ersten Monat, der viel zu schnell vergangen ist. Ein Sechstel meiner Zeit hier ist schon vorbei! 
 

Montag, 9. September 2013

Freier Vormittag: Zeit für Fotos

Wohngebiet in Nancy

Heute muss ich erst um 13 Uhr in der Schule sein. Denn in den ersten beiden Stunden habe ich ein Wahlpflichtfach, das aber erst in einigen Wochen anfängt. Danach hätte ich zwei Stunden Devoir Suveillé (Schulaufgaben), aber die fangen erst am 23. September an. So hatte ich heute Vormittag Zeit, einige Fotos zu machen.

Der Spiegel im Badezimmer im zweiten Stock
hat eine eingebaute Beleuchtung.

Mensacoupons

Die anderen Schüler haben für die Mensa eine Karte. Ich hab einen Stapel von Coupons bekommen.
In der cantine müssen die Schüler sich mit ihrer Karte anmelden und ich meinen Coupon abgeben. Danach können wir uns das Essen nehmen. Es gibt immer Salat, Käse, eine Nachspeise und natürlich das Hauptgericht. Beim Hauptgericht gibt es immer einen Grundstock, z.B. Nudeln. Die Soße kann dann variieren.  

 

Samstag, 7. September 2013

Meine erste Woche in Frankreich

Lundi (Montag) - mein erster Schultag 

Hier in Frankreich fangen die einzelnen Jahrgangsstufen zu unterschiedlichen Zeiten an. Béatrice musste von 10 Uhr bis 12 Uhr in die Schule und ich von 14 Uhr bis 16 Uhr. Die Klassen haben keine eigenen Klassenzimmer, sondern sind jede Stunde in unterschiedlichen Räumen (außer bei Doppelstunden). Am ersten Schultag hängen deshalb Klassenlisten aus, auf denen der professeur principal (Klassenlehrer) und die Nummer eines Klassenzimmers stehen. 

Béatrice führt mich also zu dem entsprechenden Raum, in dem die übrige Klasse und der Klassenlehrer bereits sind. Sie stellt mich dem Lehrer vor und geht dann wieder. Ich setze mich neben ein Mädchen, das alleine in einer Reihe sitzt. Dann teilt unser Klassenlehrer ein Formular aus, das wir ausfüllen müssen. Ich hab nicht alles verstanden, aber man musste z.B. die Adresse darauf schreiben, ob man einen eigenen Computer (evtl. mit Internetanschluss) hat, wo die Interessen liegen usw. 

Nachdem der Klassenlehrer die Formulare eingesammelt hat, teilt er den Stundenplan aus. Für mich ist der völlig unverständlich, aber die anderen fangen schon an, bei sich Stunden unterschiedlich auszustreichen. Ich lasse das mal lieber sein und werde später Béatrice um Hilfe bitten.

Nach einer 10-minütigen Pause und einigen weiteren Zetteln dürfen wir auch schon wieder nach Hause gehen. Béatrice wartet vor dem Schultor auf mich und wir gehen heim. Zu Fuß läuft man von der Schule zu meiner Gastfamilie ungefähr eine halbe Stunde, wenn man zügig läuft, nur 20 Minuten.

Mardi (Dienstag) - mein zweiter Schultag

Béatrice hat am Montag Nachmittag noch die Stunden aussortiert, die ich nicht habe. Dienstags muss ich jetzt erst um 10 Uhr in der Schule sein. In der Mittagspause bin ich mit Béatrice und ihren Freundinnen in die cantine gegangen. Dort wird nach Klassen sortiert: manche Klassen dürfen früher in die Mensa, manche später. Béatrice hat mich einfach zu ihrer Klasse gezählt.

Um 16 Uhr darf ich dann schon wieder nach Hause gehen, während Béatrice noch zwei Stunden länger Unterricht hat. In einigen Fächern, wie Mathématiques, Français (Französisch) und Anglais (Englisch) hab ich einigermaßen verstanden, worüber die Lehrer gesprochen haben. Dagegen in Histoire Géographie (Geschichte und Erdkunde) hab ich fast gar nichts verstanden. 

Mercredi (Mittwoch) - mein dritter Schultag

In Frankreich ist am Mittwochnachmittag grundsätzlich kein Unterricht. Ich hab an diesem Tag nur E.P.S. (Sport) und Mathématiques, muss um 8 Uhr da sein und darf um 11 Uhr wieder nach Hause gehen. Was die seconde (entspricht der 10. Jahrgangsstufe) in Mathe gerade lernt, hab ich schon vor ungefähr zwei Jahren gelernt. So lerne ich aber noch die Begriffe auf Französisch.  
 
Jeudi (Donnerstag) - mein vierter Schultag

Donnerstags hab ich alle zwei Wochen in der dritten Stunde éducation civique juridique et sociale (das Rechtliche von Wirtschaft & Recht). Diese Woche hatte ich es noch nicht, stattdessen hatte ich eine Stunde frei. Wenn man in Frankreich eine Freistunde hat (die nicht an der Mittagspause oder am Anfang oder Ende vom Schultag ist), muss man entweder ins CDI (Centre de Documentation et d'Information) oder in ein bestimmtes Klassenzimmer. Dort ist eine Surveillante (Aufsichtsperson). In der Stunde können wir Hausaufgaben machen. Wenn wir keine aufhaben oder schon fertig sind, sollen wir uns anderweitig still beschäftigen. 

Natürlich hatte ich auch noch Nachmittagsunterricht, aber nur eine Doppelstunde Mathématiques. 

Vendredi (Freitag) - mein fünfter Schultag
 

Béatrice und ich hatten am Freitag erst um 10 Uhr Schule. Als wir zur Schule gelaufen sind, erklärt sie mir, dass ich vier Stunden Mittagspause hätte, weil Accompagnement (2 Stunden Intensivierung beliebiger Fächer) erst in einigen Wochen beginnt. Sonst hab ich Freitags 2 Stunden Pause. Als ich mich dann in der Mittagspause von zwei Mädchen aus meiner Klasse getrennt hab, um nach Hause zu gehen, sagen sie: "A demain!" - Bis morgen! Ich wundere mich, denn wir haben doch noch Nachmittagsunterricht. Daraufhin haben sie mir erklärt, dass sciences économiques et sociales (Wirtschaft) heute ausfällt. Das heißt, am Freitag hatte ich nur 2 Stunden Französischunterricht.

So konnte ich am Nachmittag noch zur Post gehen, auf Französisch Briefmarken kaufen und einen Brief abschicken. Später habe ich noch mit meiner Schwester und meinem Bruder (der am Freitag Geburtstag hatte) geskypet und danach angefangen, meine erste Frankreich-Woche in Worte zu fassen. 

Samedi (Samstag) - mein sechster Schultag

Ja, ihr habt richtig gelesen, ich hab auch samstags Schule. An meiner Schule hat man ab der seconde am Samstagvormittag Unterricht. Ich muss von 8 Uhr bis 12 Uhr in die Schule gehen. Heute hatte ich wieder ein neues Fach: S.V.T. - Sciences de la Vie et de la Terre (Biologie und Geologie). Unser erstes Thema dieses Jahr ist das Universum. Ich weiß nicht, ob man das in Deutschland im Gymnasium behandelt; es ist jedenfalls sehr interessant. Weil die Planeten auf Französisch genauso heißen wie auf Deutsch (oder andersherum?), hab ich so ziemlich alles verstanden, was wir gemacht haben. 

Danach hatte ich noch Physique Chimie, was ich auf Französisch ziemlich schwierig finde. Wir haben Arbeitsblätter bekommen, um das Grundwissen zu wiederholen. Doch wie erklärt man in wenigen Worten auf Französisch, was z.B. ein ion (Ion = geladenes Atom) ist? Die Fachbegriffe sind zwar gleich, aber was heißt "geladen" auf Französisch? 

Um 11 Uhr gab es einen Schuljahresanfangsgottesdienst in der Schulkirche. Ich vermute, dass dieser freiwillig ist, weil verhältnismäßig wenige Leute in der Kirche waren, obwohl auch Eltern und Geschwister kommen durften. 

Dass am Samstagvormittag Schule ist, stört mich seltsamerweise gar nicht. Jetzt am Nachmittag hab ich das Gefühl, dass ich schon den ganzen Tag Wochenende hab. Ich weiß nicht, ob ihr versteht, was ich meine; das ist schwierig zu beschreiben. 

Fotos von der Schule hab ich leider keine, weil man in der Schule nicht fotografieren darf. Aber ihr könnt die Fotos auf der Schulhomepage vom Lycée Notre-Dame Saint-Sigisbert anschauen.



Sonntag, 1. September 2013

Mein erstes Wochenende in Frankreich

Nach ungefähr 6 Stunden Fahrt und 2 Stunden Pause sind wir gestern Nachmittag gut in Frankreich angekommen. Meine Eltern und meine Schwester haben mich hingebracht und sind auch noch eine Nacht geblieben. 

Beim Abendessen hat mich meine Gastfamilie überrascht: Sie haben vor der Nachspeise das Licht ausgemacht und dann einen Kuchen mit 15 brennenden Kerzen hereingetragen, weil ich am Tag vorher Geburtstag hatte. Als ich auch noch von jedem was geschenkt bekommen hatte, war die Überraschung perfekt: Meine Gasteltern haben mir ein Liederbuch ("Das Ding") geschenkt, das Lieder inklusive Gitarrenakkorde enthält; von meiner älteren Gastschwester hab ich einen mehrfarbigen Kuli bekommen, von meiner jüngeren Gastschwester Teelichtbilder und von meiner corres Béatrice "Harry Potter à l'école des sorciers". 



Am späten Abend sind wir dann zum Place Stanislas gegangen, an dem im Sommer jeden Abend die Geschichte von Nancy ans Rathaus projiziert wird. Ich hab versucht, Fotos zu machen, die aber leider mangels Stativ nichts geworden sind. 

Heute Vormittag waren wir in der Kirche. Über die Unterschiede zwischen uns und der Kirche in Frankreich schreib ich später, wenn ich genauer darüber Bescheid weiß. 

Seit meine Eltern und meine Schwester wieder gefahren sind, sprechen wir hier nur noch Französisch. Meistens verstehe ich nichts, außer wenn meine Gastfamilie langsam redet.

Morgen fängt um 14 Uhr für mich die Schule an. Béatrice muss schon um 10 Uhr in die Schule, ist dafür um 12 Uhr schon wieder fertig. Ich muss dementsprechend bis 16 Uhr in die Schule gehen.

Das war's auch schon für heute und ich versuche, möglichst bald wieder etwas zu schreiben.

Sonntag, 25. August 2013

Béatrices Abreise



Vorgestern ist Béatrice abgereist. Ihre Eltern und ihre jüngere Schwester haben sie abgeholt und leider nur eine kurze Pause bei uns eingelegt, bis sie weitergefahren sind. Wir haben uns sehr gefreut, Béatrices Eltern und ihre Schwester wiederzusehen. 

Die Familie wollte nach München weiterfahren und sich die Stadt anschauen. Béatrice hat wohl die Führung übernommen, da wir beide letzten Mittwoch schon mal dort waren und sie sich jetzt hoffentlich gut auskennt.

Für mich heißt es in den nächsten Tagen Kofferpacken, denn schon bald werde ich nach Frankreich reisen.

Dienstag, 26. März 2013

Die erste Woche

© Lesende Lioba

Wenn mir mein Schulalltag zu grau ist, habe ich momentan einen Lichtblick: In 22 Wochen bin ich raus hier. Dann fahre ich nach Nancy und genehmige mir eine Auszeit für ein knappes halbes Jahr. Nein, es handelt sich hier nicht um Urlaub, sondern eher um ein kleines Abenteuer. Im Rahmen des Voltaire-Austausches werde ich dann dort meiner Schulpflicht nachkommen und hinterher werde ich hoffentlich fließend Französisch sprechen...

Doch auch jetzt ist schon einiges anders, nicht nur in der Schule, sondern auch bei uns zu Hause: Schon seit 10 Tagen ist meine Austauschschülerin Béatrice aus Nancy bei uns in Deutschland. Sie wurde von ihren Eltern und ihren beiden Schwestern hergebracht. Es ist bei diesem Austausch zwar nicht vorgesehen, doch die ganze Familie blieb eine Nacht bei uns. Die Verständigung klappte von Anfang an sehr gut, alle Familienmitglieder mischten Deutsch und Französisch ganz nach Bedarf. Béatrices kleine Schwester und meine kleine Schwester haben sich sofort angefreundet und sich mit Händen und Füßen verständigt. Seit der Abreise der französischen Familie wird hier nur noch Deutsch gesprochen.

Béatrice ging eine Woche mit mir in die Schule und jetzt sind hier in Bayern auch schon wieder Osterferien. Eine Hürde hatten wir im Vorfeld schon beseitigt: wir benötigten eine Aufsicht für den internationalen Wettbewerb Cicero Concordia, zu dem Béatrice angemeldet war. Dieser fand ausgerechnet an einem Samstag statt - und das auch noch am ersten Ferientag. Meine Französischlehrerin hatte sich dazu spontan bereit erklärt. Sie wohnt ca. 30 km von uns entfernt und kam extra dafür zu uns ins Haus. Jetzt warten wir gespannt auf das Ergebnis...

Am Palmsonntag hatte Béatrice Geburtstag. Am Vormittag feierten wir im Kreise der Familie bei einem ausgedehnten Frühstück, nachmittags fuhren wir nach Bad Wörishofen zum Osterbrunnenfest. An den prächtig geschmückten Brunnen gab es Platzkonzerte der Blaskapellen Schlingen und Stockheim. Die Sonne schien, aber es war bitterkalt.


© Lesende Lioba


Jetzt sind wir im Ferienmodus. Gestern bummelten wir durch die Geschäfte der Augsburger City-Galerie und machten noch einen Abstecher zum schwedischen Möbelhaus. Ich brauchte dringend ein Bücherregal, da ich mein eigenes Zimmer Béatrice überlassen habe und ins Gästezimmer umgezogen bin.

Heute früh um 8 Uhr war Schwimmtraining in unserem Verein, wie immer dienstags und donnerstags in den Ferien. Letzte Woche hat Béatrice mit uns abends trainiert, doch heute hat sie dankend abgelehnt. Nach dem Frühstück war das traditionelle Osterkerzenverzieren angesagt. Ich war ganz überrascht, als Béatrice erzählte, dass es in Frankreich nicht üblich sei, selber Osterkerzen zu basteln.


© Lesende Lioba

Ich habe das Gefühl, dass Béatrice sich bis jetzt schon gut eingelebt hat. Für uns ist es eine große Herausforderung, Hochdeutsch zu sprechen und nicht ständig in unseren Dialekt zu verfallen. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass auch Béatrice einen schwäbischen Akzent annehmen wird.