Mittwoch, 18. Dezember 2013

Mein drittes Adventswochenende und etwas mehr - ein etwas anderer Post

  1. Es gab letzte Woche für die anderen aus meiner Klasse Zeugnisse.
  2. Am Sonntag hatten wir Besuch.
  3. Am Samstag haben wir in der Schule wahlweise einen Frosch oder eine Maus seziert.
  4. Weihnachten kann kommen, ich hab endlich alle Geschenke!
  5. Gestern hat meine Klasse die Histoire-Géo-Lehrerin so genervt, dass sie ab der Hälfte der Stunde keinen Unterricht mehr gemacht hat.
  6. Am Montag haben wir eine Latein DS geschrieben, mit Übersetzung von Latein ins Französische.
  7. Dieser Post ist an die Milena gerichtet, weil sie unbedingt einen neuen Post wollte. Wenn ich Zeit und Lust hab, führe ich das alles genauer aus (oder wenn ihr Fragen habt). Aber gerade bin ich vom Weihnachtsgeschenkebesorgen und von der Schule gestresst...
Bis zum nächsten Post und viele Grüße aus Frankreich, ganz besonders an Milena

Eure Lioba

[Ergänzung vom 30.12.2013]
Zu 1. Nachdem ein Trimester in Frankreich vorbei ist, gibt es ein wenig später (in der ersten oder zweiten Woche nach dem Trimesterwechsel) den conseil de classe. Ich würde das mit den Notenkonferenzen bei uns vergleichen. Hier ist das für jede Klasse extra und alle Lehrer dieser Klasse sind dabei, genauso wie die Klassensprecher und die Klassenelternsprecher (bei den Klassenelternsprechern bin ich mir nicht ganz sicher). Beim conseil de classe wird auch besprochen, ob es Verweise (blâme), Verwarnungen (avertissement) oder Glückwünsche (congratulations) für bestimmte Schüler gibt. Wenn man zu oft unentschuldigt fehlt, nicht genügend arbeitet, im Unterricht oft nicht aufpasst usw., kann man eine Verwarnung oder einen Verweis bekommen. Bei drei Verweisen fliegt man von der Schule und bei einer Verwarnung muss man nachsitzen, wenn ich das richtig verstanden hab. Glückwünsche gibt es für die besten Schüler. Bei uns in der Klasse gab es fünf Verwarnungen, keinen Verweis und einen Glückwunsch. Den Glückwunsch hat nicht der Klassenbeste bekommen, weil er noch besser sein könnte. Die Klassenzweitbeste hat den Glückwunsch bekommen, weil sie gut lernt und nur ein bisschen Schwierigkeiten mit Mathe und Physik hat, die Fächer zum Verstehen.
Kurz nach dem conseil de classe kam der Direktor der seconde zu uns in die Klasse, hat die Zeugnisse verteilt und dabei noch zu jedem Schüler etwas gesagt. Teilweise hatte es einen Bezug auf Verwarnungen und Glückwünsche.
Anschließend hat er die Zeugnisse wieder eingesammelt und unserem Klassenlehrer zugeklebte Briefumschläge in die Hand gedrückt, die an die Eltern adressiert waren. Darin waren die eigentlichen Zeugnisse, auf denen aber genau das Gleiche stand.
Auf den Zeugnissen steht nicht nur die eigene Note, sondern auch der Klassendurchschnitt im jeweiligen Fach und in allen Fächern, sowie an welchem Platz man sich in der Klasse befindet (z. B. ob man Fünftbester oder Zweitschlechtester ist).

Freitag, 13. Dezember 2013

Eine Stunde Unterricht

Freitags sieht mein Stundenplan folgendermaßen aus:
10-12 Uhr Französisch
12-14 Uhr Pause
14-16 Uhr Accompagnement
16-18 Uhr SES (Wirtschaft)

Heute war ich dann um 10 Uhr in der Schule und hab mit meiner Klasse auf die Lehrerin gewartet. Nach einigen Minuten kommt eine surveillante auf uns zu, fragt uns, wen wir haben und sagt uns dann, dass unsere Lehrerin krank ist. Die Externen dürfen nach Hause gehen, die anderen (die zum Mittagessen in der Schule bleiben) müssen in die permanence gehen. Ich esse immer in der Schule, also bin ich mit den anderen in die permanence gegeangen. Von 11-12 Uhr waren wir im CDI und danach in der Mensa. Nach dem Essen sind wir (Marine, Léa und ich) nochmal eine Stunde ins CDI gegangen, weil es uns draußen zu kalt war. Danach haben wir uns aufgeteilt. Léa hat normalerweise eine Stunde Französisch Accompagnement bei der gleichen Lehrerin und eine Stunde "perm" oder "CDI". Sie ist also gleich im CDI geblieben. Marine hat eine Stunde Mathe Accompagnement und eine Stunde Französisch Accompagnement, auch bei der Lehrerin, die krank war. Ich hab zwei Stunden Französisch Accompagnement bei einer anderen Lehrerin, wovon ich euch ja schon erzählt hab. Heute hatten wir aber nur eine Stunde, die zweite Stunde ist kurzfristig ausgefallen. Das heißt, ich bin wieder ins CDI gegangen und hab mich gewundert, warum ich als einzige aus meiner Klasse hier bin. Anstatt aber mir großartig den Kopf darüber zu zerbrechen, hab ich gelernt. Um 16 Uhr bin ich dann wieder auf den Pausenhof gegangen und hab keinen aus meiner Klasse gesehen, bis zwei externe Mädchen aus meiner Klasse gekommen sind. Die wussten auch nicht, wo die anderen sind, und dann sind wir erstmal verpeilt in der Gegend rumgelaufen. Vom Klassenzimmer zum Büro der zuständigen surveillante, aber niemand war da. Dann haben wir eine Sms an Léa geschrieben, wo sie sind. Die Antwort war ungefähr so: "SES fällt aus."

Alles in einem ein ziemlich gelungener Schultag =D (und nebenbei bemerkt Freitag der Dreizehnte, was auch hier in Frankreich als Unglückstag gilt).

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Rechtschreibfehler

Ich hab gerade einen Blogeintrag auf einem anderen Blog gelesen und keinen Fehler gefunden. In einem Kommentar stand, dass grob geschätzt in jedem dritten Satz ein Kommafehler ist. Normalerweise finde ich Rechtschreibfehler, Kommafehler und so weiter beim ersten Mal lesen. Ich bin mir in letzter Zeit auch manchmal unsicher, wo man im Deutschen ein Komma setzt und wo nicht. Worauf ich hinauswollte, ist, dass man seine Deutschkenntnisse (vom Geschriebenen) durch Nicht-Gebrauch verlernen kann.

Irgendwie klingen die Sätze seltsam (vom Satzbau her) ...

Dienstag, 10. Dezember 2013

Der Advent und was damit zusammenhängt

Noch 14 Tage bis Weihnachten!
Danach ist mein halbes Jahr hier auch schon fast vorbei... danach sind es zwar noch sieben Wochen, in denen es langsam Abschied nehmen heißt. Und wir wissen alle wie schnell sieben Wochen vorbei sind.

Am Nikolaustag haben wir vier (Béatrice, ihre Schwestern und ich) jede einen Schokonikolaus bekommen. Ich hab ihn für euch fotografiert, jetzt ist nichts mehr davon übrig... 

Zum Nikolauswochenende ist eine Deutsche zu Besuch gekommen. Sie hat vor ein paar Jahren einige Monate in Nancy bei Béatrices Familie gelebt. Sie hat Béatrice auch schon bei uns im Allgäu besucht, als sie mit ihrer Mutter und ihren Schwestern in der Gegend war; deswegen kannte ich sie schon.

Am Samstag war in der Basilika Saint-Nicolas in Saint-Nicolas-de-Port ein Wortgottesdienst mit Lichterprozession zu Ehren des heiligen Nikolaus'. Saint Nicolas, wie er auf Französisch heißt, ist der Patron von Lothringen und in der Basilika Saint-Nicolas sind seine Reliquien.




Am Sonntag war der große Nikolaus-Umzug. Jeder Vorort gestaltet dafür jedes Jahr eine Kutsche. Am Ende des Umzugs kommt Saint-Nicolas. Seine Kutsche ist immer die gleiche. Da konnte ich leider keine Fotos machen, weil Leute vor mir waren. Deren Hinterköpfe waren auf jedem Bild drauf und zuschneiden ging nicht wirklich.

Ich hab hier auch einen Adventskalender, den meine Gastmutter Ende November selbst befüllt hat. Der Christbaum und die Krippe sind auch schon aufgebaut. Unser Christbaum ist riesig und die Krippenfiguren winzig. Ich kann schlecht schreiben, die Krippe ist winzig, weil das so klingt, als gäbe es nur wenige Figuren. In Wirklichkeit gibt es gaanz viele. Fotos kommen noch.
Wir haben zwar keinen Adventskranz, weil vor ein paar Jahren einer mal Feuer gefangen hat; aber dafür haben wir ein Adventsgesteck mit vier Kerzen. Aber man singt kein Adventslied dazu, wie in Deutschland.

Ich hoffe, ich hab keine vorweihnachtlichen Informationen vergessen, sonst stellt einfach Fragen in den Kommentaren. 

Kleiner Nachtrag: Zum Nikolaustag hat uns der Nikolaus auch was gebracht, weil wir alle brav waren. Ich hab einen ewigen Tageskalender bekommen, bei dem man jeden Tag etwas über französische Konjugationen lernt. Jetzt werde ich jeden Tag gefragt, was ich Neues gelernt hab. ☺

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Alltagsleben

In den letzten Tagen ist so viel passiert, dass ich nicht zum Bloggen gekommen bin. Dieser Beitrag wird also voraussichtlich sehr lang werden.

Am Sonntag haben meine Gasteltern und meine jüngere Gastschwester Hélène Verwandschaft besucht, weil sich der Todestag eines Familienmitgliedes gejährt hat. Béatrice, meine ältere Gastschwester Charlotte und ich sind zuhause geblieben. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt in allen Museen in Nancy frei. Deswegen sind Béatrice und ich am Nachmittag ins musée des beaux arts - Museum der Schönen Künste - gegangen. Der Name hält, was er verspricht.

Montags hab ich den ganzen Tag Schule. Ich muss zwar erst um acht Uhr aus dem Haus, hab aber bis 18 Uhr Unterricht.

Am Dienstag ist meine Gastmutter mit einer Freundin nach Straßburg zum marché Noël - dem Weihnachtsmarkt - gefahren. Deswegen musste ich schon mit den anderen um halb acht aufbrechen und bin zwei Stunden vor der Schule in die Stadt gegangen. Die meisten Geschäfte machen zwar erst um neun auf, aber einen Laden hab ich gefunden, der um sieben aufmacht. Da hab ich noch ein Weihnachtsgeschenk gefunden und dann war auch schon neun Uhr. Um halb zehn hab ich mich Richtung Schule begeben.
Wir haben jetzt einen Neuen in der Klasse. Er bleibt bis Ende April. Ich weiß nicht genau, warum er da ist, er ist auf jeden Fall Franzose. Wenn ich das richtig verstanden hab, war er vorher in Monaco. 
Nach der Schule bin ich in die Mediathek gegangen, weil noch keiner zuhause war. Es war gar nicht mehr so schwer, auf Französisch zu lesen, auch wenn ich hier fast gar nicht lese.
Abends sind Béatrice, ihr Vater und ich noch ins Kino gegangen und haben THOR - Le monde des ténèbres angeschaut. Hier dauert die Werbung vor jedem Kinofilm eine Viertelstunde. Es werden auch nicht hauptsächlich andere Filme vorgestellt, sondern die Kinowerbung ist eher wie "normale" Fernsehwerbung. Ich spar mir heute die Inhaltsangabe zum Film, weil das ein amerikanischer Film ist und kein französischer. Da fällt mir ein: Sur le chemin de l'école läuft jetzt auch in den deutschen Kinos. Auf geht's!

Am Mittwoch war das erste Mal Schulschwimmen. In dem Schwimmbad, wo wir waren, gibt es ein 50-Meter-Becken. Für Leute, die nicht trainiert sind, finde ich das ziemlich hart. Außer uns waren noch drei andere Klassen von anderen Schulen im Schwimmbad und es war auch regulär geöffnet. Deshalb haben wir für die ganze Klasse eine Bahn. Am Mittwoch waren wir zum Glück nur 16, weil ziemlich viele nicht mitgemacht haben oder krank waren. Wir haben auch nur ungefähr 50 Minuten Zeit zum Schwimmen, weil wir dann wieder zurück zur Schule müssen.
Am Nachmittag hab ich noch Briefe geschrieben und Hausaufgabe gemacht.

In Mathe haben wir heute einen Gruppenarbeittest geschrieben. Gestern hatten wir zwei Übungen im Buch als Hausaufgabe auf, die wir schon in der Schule anfangen konnten. In der Schule bin ich nicht auf die Lösung gekommen, ich hab nicht mal richtig die Aufgabe verstanden, weil ich absolut keine Lust hatte. Zuhause hat mir das Spaß gemacht, und es war gar nicht so schwer. Heute sollten wir die Übungen in Vierergruppen lösen und das wird dann benotet. Ich hab ja das Gefühl, dass die Aufgaben hier viel schwerer sind als in Deutschland, aber ich liebe Knobelaufgaben, im Gegensatz zu meinen französischen Mitschülern. Ich hab die Aufgaben nicht nur meiner Gruppe erklärt... Bin gespannt auf das Ergebnis.

Morgen kommt noch ein Post über den Advent in Frankreich.

Bonne nuit !

Mittwoch, 27. November 2013

Schulsport mal wieder...

Letzte Woche hat unser Sportlehrer angekündigt, dass wir heute bei schönem Wetter ein letztes Mal Rugby im Park spielen und bei schlechtem Wetter in der Turnhalle bleiben.
Hier meine Frage an euch: Sind -4°C und wolkenfreier Himmel schönes oder schlechtes Wetter? Unser Sportlehrer hat es als schönes Wetter bewertet und uns auf gefrorenem Boden Rugby spielen lassen. Jungen und Mädchen gemischt. Wobei wir diesmal niemanden auf den Boden "schmeißen" durften, da wäre die Verletzungsgefahr zu groß gewesen. (Auch wenn es bei den anderen Rugbystunden relativ viele Wunden gab, muss man es nicht übertreiben.) Es sind trotzdem einige auf dem Boden gelandet, aber zum Glück ohne sich zu verletzen.
Nächste Woche (und für den Rest der Sportstunden bei meinem Frankreich-Aufenthalt) geht's ins Schwimmbad. Rugby hat mir schon ganz gut gefallen, bis auf das Wetter manchmal. Aber Schwimmen ist halt "mein" Sport.

Kleines Fazit vom Schulsport im ersten Schuljahresquartal: In Deutschland sind wir besser dran.

Dienstag, 26. November 2013

Sozialer Tag in der Mensa, meine Klasse und unsere Lehrer

In der Mensa war heute "sozialer Tag", oder so ähnlich. Das heißt, dass es als Salat nur geriebene Karotten gab, als Hauptspeise Nudeln mit Hackfleischsoße und als Nachspeise Joghurt. Normalerweise gibt es noch Käse und die Auswahl ist größer. Ich glaube, das Geld, das dabei gespart wurde, wird gespendet. Eigentlich eine gute Idee, aber wenn die Schüler dann nicht satt werden, hat es meiner Meinung nach einen Sinn verfehlt. 

Meine Klasse ist ein wichtiger Bestandteil meines Aufenthaltes hier. Darum erzähl ich euch mal einiges von ihr und unseren Lehrern.
Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, ich bin hier auf einer gemischten Schule. In meiner Klasse sind 18 Jungen und 10 Mädchen. Meine Klasse bezeichnet sich selber als sowas wie la classe poubelle - die "Mülleimer-Klasse". Denn in vielen Stunden geht es drunter und drüber. Einige Lehrer haben aber einen guten Draht zu unserer Klasse und in deren Unterrichtsstunden gibt es immer wieder Vorträge, dass wir uns doch bessern sollen. Im Lehrerzimmer wird ziemlich viel über unsere Klasse geredet und unsere Lehrer kommen teilweise schon genervt in die Stunde und gehen noch genervter wieder raus. 
Bei einigen Lehrer bin ich echt der Meinung, dass sie ihren Beruf verfehlt haben. Sie scheinen selbst gelangweilt von ihrem Fach zu sein und wundern sich dann, warum keiner aufpasst.
Aber unsere Französisch-Lehrerin hat es total drauf. Sie ist streng genug, dass ihr keiner auf der Nase herumtanzt. Sie hat ihre Grenzen gleich am Anfang gesetzt. Auf der anderen Seite interessiert sie sich für ihre Schüler und versucht das Beste aus jedem herauszuholen. Eine aus meiner Klasse hat gesagt, sie mag eigentlich keinen Französisch-Unterricht, aber mit der Lehrerin macht das sogar Spaß. Momentan müssen wir in Vierergruppen eine Tragikomödie schreiben und dann vorspielen. 
Heute hat sie mit uns über unser Verhalten bei anderen Lehrern geredet und sich selber als déleguée (Ausgewählte) aller Lehrer von unserer Klasse bezeichnet, weil sie das beste Verhältnis zu uns hat. Ein Thema war unter anderem, dass wir nicht Bonjour und Au révoir sagen. Ich bin ja mal gespannt, ob das heute was geholfen hat.